Achtung, Bremsen

Erfahrungen und Kummerecke zu Händlern. Bitte aber einigermaßen sachlich ...
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marc
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Achtung, Bremsen

Beitragvon marc » 8. Mär 2008, 13:27

Warnung für Alle, die Ihre vorderen Bremssättel überholen wollen.

Habe für einen Freund die vorderen Bremssättel überholt. Mit einem Satz von B. aus L.. Soweit so gut, war auch zunächst alles Dicht, aber mit der Zeit, ca. 1 Woche bzw. bei konstantem Druck auf das Pedal, haben die Sättel Bremsflüssigkeit verloren.

Was war: Die Abdichtringe in der Zylindernut sind ca. 0,15mm niedriger als originalen Dichtringe, haben somit Spiel in der Nut (in Kolbenrichtung). Auch das Material erscheint mir völlig anders als das Originalgummi, echt lebensgefährlich. Mit einem alten Moprod Überholsatz alles Tacko. Also, wer die Teile auch verwenden will, erst mal messen.

Gibt es eigentlich eine Prüfungsanstalt die solche Ersatzteile kontrolliert, es handelt sich ja immerhin um sicherheitsrelevante Baugruppen. Nicht zu denken, was auf der Straße hätte passieren können.

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Beitragvon dirk-gt6 » 8. Mär 2008, 21:25

Hi Marc,
vielen Dank für den Bericht.
Ist das denn an B aus L rückgemeldet worden?
Die können ja auch nur reagieren wenn sie darüber informiert sind .. sag ich jetzt mal ganz blauäugig ...
[url=http://www.mabi.de/~elvis/signature/signature.htm]Cars don't talk back[/url]

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MKIII
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Beitragvon MKIII » 9. Mär 2008, 00:01

Die Ringe haben doch rechteckigen Querschnitt und sind mit 3 Maßen zu beschreiben, innenØ, aussenØ und Dicke!!!
Wie ich das verstehe sollen deine nun 0,15mm dünner sein??Kann man einen Gummiring so genau vermessen?
Und wieso soll das etwas bei der Dichtigkeit ausmachen?
Wie lange sind denn die anderen nun drinnen? Seit heute, seit 2 Wochen? Wie wurden die Teile montiert, trocken oder mit Montagefett?
Welche Bremsflüssigkeit habt ihr verwendet?
Waren alle 4 Zylinder undicht?
Und was sagt die Fa BausL??
Gruß
Norbert
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"Alt werden ist nix für Feiglinge"

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marc
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Beitragvon marc » 10. Mär 2008, 21:22

Es ist Silikonbremsflüssigkeit, die Einzige, die bei mir noch nie Gummis angelöst hat. Ich fahre das Produkt von Automec bestimmt seit 15 Jahren in meinem Spitfire, ohne Probleme. Ja, die Ringe haben ein Kastenprofil, aber Ihr Durchmesser ist etwas geringer als original, das Gummi ist eine vollkommen andere Qualität (viel glatter) und hat auch nicht die Prüfmarken auf der Außenseite, also die 3 blauen Streifen. Sie sind ca. 0,15mm dünner, was mit einem Mikrometer oder einem Messschieber leicht gemessen werden kann, man sieht es aber auch optisch. Natürlich wurden sie mit Bremsenfett rot (Girling) montiert. Ich vermute, dass durch das größere Spiel in der Nut Bremsflüssigkeit hinter dem Gummi in der Nut vorbeigeflossen ist.

Ich habe folgenden Test gemacht, einen (undichten) Kolben ausgebaut (der andere Kolben im Sattel hat den Druck gehalten), dort einen NOS Dichtring von Moprod eingebaut, Sattel wieder eingebaut und getestet. Jetzt wurde der andere Kolben undicht. Schnauze voll. Aus meinem Ersatzteilregal 2 überholte Bremssättel eingebaut und Ruhe ist. Auch schon Probefahrt gemacht, alles i. O..

Ach so, wir haben natürlich auch neue Kolben von B aus L eingebaut, die hatte ich zuerst in Verdacht, weil, auch anders als die Originalen, glanz- statt hartverchromt und Dreh- statt Gussteile. Zumindest nach meiner Einschätzung. Aber die Kolben waren bis auf wenige 100stel maßhaltig und rund. Es ist definitiv das Gummi. Ich bin kein Materialprüfer und für 5,-€ oder was das Zeug kostet, wende ich mich nicht an Lieferanten und diskutiere auch noch.

Habe hier mal von neuen Sätteln von B aus L gelesen, die ebenfalls undicht waren.

Vielleicht war es ja auch ein Einzelfall oder die Chinesen haben ins falsche Regal gegriffen, schafft aber bei mir nicht wirklich vertrauen.

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Beitragvon Joerg » 10. Mär 2008, 22:15

MKIII hat geschrieben:Wie ich das verstehe sollen deine nun 0,15mm dünner sein??
...
Und wieso soll das etwas bei der Dichtigkeit ausmachen?
Weil der Dichtring bei jeder Beaufschlagung mit Druck Richtung Scheibe wandert, beim Lösen der Bremse wieder zurück.
Der Nutgrund im Sattel ist nicht fein genug bearbeitet, wodurch am Außendurchmesser des Rings Abrieb entsteht. Dadurch wiederum gelangt Bremsflüssigkeit außen am Ring vorbei.

Der Ring muss satt in der Nut sitzen, sonst bleibt er nicht auf Dauer dicht.

Gruß


Jörg
...because they don't build cars like they used to...

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Re: Achtung, Bremsen

Beitragvon Masterschrauber » 6. Jan 2014, 01:27

Ich habe meinen Hauptbremszylinder Kupplungsgeberzylinder mit teilen von BausL überholt.

Wie sind dort Eure Erfahrungen zum Thema undichtigkeit?

Meine sind bis jetzt noch dicht.

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Re: Achtung, Bremsen

Beitragvon stefang60 » 6. Jan 2014, 21:53

habe meinen HBZ vor 10 Jahren (1-Kreis) mit einem Dichtsatz von M&E überholt und der war bis zum Sommer dicht und wäre es vermutlich noch, wenn ich nicht (zusammen mit Markus, danke nochmal :top: ) auf nen neuen Girling 2-Kreis von Rimmer umgebaut hätte. Der auch noch dicht ist.

Meine vorderen Bremssättel habe ich 2012 mit einem Dichtsatz von http://www.girling.de/ überholt inklusive neuer Kolben, das wäre zwar nicht zwingend Notwendig gewesen, aber die waren gerade lieferbar. Alles noch in Ordnung. Hinten rechts ist noch der originale drin, hinten links wurde in den 80iger mal eine neuer reingemacht, auch noch gut.

Soweit meine Erfahrungen...
Zitat Mario Andretti:
"Wenn Du denkst Du hättest alles unter Kontrolle, bist Du zu langsam."

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Re: Achtung, Bremsen

Beitragvon marc » 7. Jan 2014, 10:06

Mein Thread ist ja nun bald 6 Jahre alt. Und alles ist noch dicht (trotz Silikonbremsflüssigkeit). Es ging wie gesagt darum, dass die Kastenprofile ein falsches Maß hatten. Ansonsten hatte ich nie Probleme mit undichten Spitfire Bremsen. Meine eigenen Sättel und HBZ sind bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr angetastet.
Viele Grüße
Marc