J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Alles rund um die hohe Kunst der Schaltakrobatik sowie Instandsetzung der Getriebeeinheit und Achsen
zuhn
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J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 12. Feb 2020, 09:08

Hey Leute, heute möchte ich mich endlich an mein erworbenes Getriebe ranmachen. Hierfür würde ich gern wissen, wie genau ich da vorzugehen habe. ich habe es als Zustand: ungeprüft gekauft, weshalb ich jetzt zuerst mal prüfen müsste ob es überhaupt noch tut oder ob eine Revision ansteht...

Gänge mit der Hand einlegen funktioniert schonmal, was bzw. Wie geht ihr vor?

Ich hab hier was von der Bohrmaschinen/Gartenschlauch Methode gelesen, allerdings finde ich den originalen Thread wo die Methode erklärt wird nicht mehr, Solenoid werd ich mit 12V auf Klacken untersuchen und dann sollte ja auch zu sehen sein ob die Welle dreht, nur wie bekomme ich den Schlauch am Getriebe fest? Eine Schlauchschelle wird ja wohl eher nicht halten?

Wenn ich das gemacht habe wir gehe ich weiter vor? Deckel ab? Und reingucken? Oder lieber vor der Bohrmaschinen Aktion nachsehen?

Ich hab auch was über bebilderte Revisionsabteilungen gelesen allerdings verweisen die Links auf nicht mehr aktuelle Seiten (bzw. Wsl. Das alte Forum) hat Hat hier noch jemand die Dateien?

Danke im Voraus
Beste Grüße Michael
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Brüchi
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Brüchi » 12. Feb 2020, 10:34

Hi Michael.

Ich hätte ne Datei vom Service Manual. 21 Seiten.
In Englisch. Könnte zumindest ein wenig helfen?
Könnte ich Dir rübermailen...Interesse?

Ansonsten:

wie immer kann man sehr viel machen..oder halt auch nicht.
Klar, das Soleniod muss klacken.
Eine normale Bohrmaschine ist zu schwach um der Getriebe- OD Einheit genug Drehzahl zu geben.
Also kleiner Prüfstand. Dann könnte man auch die Drücke im ausgeschalteten und eingeschaltetem Zustand messen.

Da musst Du dich leider selbst entscheiden: eher so einbauen wie es momentan ist. Oder komplett zerlegen, prüfen, messen ggf austauschen usw..
Auch das Getriebe KÖNNTE ja Arbeit brauchen: Synchronringe tauschen oder nicht ? Lager ok? Nadellager ok???

Ich würde zumindest den Deckel vom Getriebe entfernen und nach Späne o.Ä. schauen. Ablagerungen unten drin? Filter vom OD überprüfen....

Es gibt da leider viele Möglichkeiten.

ICH würde das gesamte Paket komplett zerlegen und überholen.

Grüßlis,
Jürgen
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 12. Feb 2020, 11:16

Vielen Dank für die Info, was meinst du denn mit einer „großen“ Bohrmaschine... Prüfstand hab ich leider nicht und ich glaub an ne ordentliche Vohrmaschine könnt ich leichter rankommen... werde nachher mal den Deckel öffnen und schaun, ob da irgendwo Späne zu finden ist...

Komplette Regeneration ist natürlich am beste, allerdings hab ich das bis Dato nur an Schwalbe mit Ur bebilderter Anleitung gemacht...

Welches Spezialwerkzeug sollte ich mir zulegen und kann man sich das als halbwegs begabtem Schrauber zutrauen (üben kann man ja nicht wirklich, da hilft wohl nur der Selbstversuch) oder gibt es Werkzeuge die nur in bestimmten Fachwerkstätten stehen weshalb es ohne diese gar nicht möglich ist? Wie würde ich Lager und Nadelager Prüfen?

Angenommen der Bohrmaschinentest glückt, das Getriebe tuts und es rasselt nicht kann man einen Einbau wagen um es einfach zu testen oder haut man sich da was kaputt (evtl. SCHÄDEN müsste man ja eigentlich vorher hören oder ist dem nicht so?

Beste Grüße
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Plasmaspeaker
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Plasmaspeaker » 12. Feb 2020, 11:29

Habe das auch mit der Schlauch/ Bohrmaschine Methode gemacht.
mit 600W gehts so grade. Wenn Das Getriebe und Overdrive überholt wurde läuft alles etwas strammer dann reichen 600 W nicht mehr.
800-1000W müssen es dann schon sein.
Habe damit an der eingangswelle knappe 1000U/min im ersten Gang geschaft.
das reicht um den Druck im ein und ausgeschaltetem Overdrive zu messen.

Den Schlauch auf jeder Seite mit 2 versetzten Schlauchschellen richtig fest ziehen sonst rutscht der schnell durch.

Gruß
Plasmaspeaker
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Harry » 12. Feb 2020, 12:26

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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 12. Feb 2020, 19:09

Okay danke, da werde ich mich mal rantasten...

War soeben in der Garage...

Ob es schaltbar ist, kann ich noch nicht sagen der „Führungskasten“ wo der Schalthebel in die Stange greift die das Getriebe schaltet ist gebrochen, das muss ich erstmal tauschen. Frage die Schaltstange muss ja, wenn ich das richtig sehe, im Getriebe an der 4Kant Schraube (1) gelöst und nach hinten rausgezogen werden.

Muss die Position markiert werden Bevor ich den Vierkant löse oder geht die Stange (2) nur in einer Position rein?
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2. Wenn ich den Kardanflansch festhalte und die Eingangswelle drehe hat diese ca. ein mm Spiel bis sich was tut, ist das normal oder sollte keines vorhanden sein? Axial und Radial spiel sind nicht spürbar...

Danke für eure Mühen
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von honnse » 12. Feb 2020, 20:19

Hallo Michael,

schau mal hier nach:

http://joeblogs.co/2017/06/08/overdrive-rebuild/

Da sind ein paar recht gute Bilder vom Innenleben des J-Type Overdrives zu sehen.

Und dann gibts da noch so ein paar Leute die auf Volvos rumschrauben. Die haben auch eine recht gute Beschreibung über das Überholen eines J-Overdrives auf ihrer Web-Seite. Das Getriebe ist halt ein anderes. Das OD ist Deines.

http://www.networksvolvoniacs.org/index ... staurieren

Jetzt is eh noch lange Winter. Lies Dich ordentlich ein, und dann zerleg die beiden Dinger (Getriebe & Overdrive).
Macht echt ordentlich Spaß und läßt Dich in die Materie eintauchen.
Und das Gefühl, jedes kleinste Teil selbst in der Hand gehabt zu haben, ist echt was wert.

Und hier im Forum gibts praktisch IMMER Hilfe und Ideen wenns mal nicht so gut klappt.

Alsdann - Viel Spass beim lesen und schrauben!!! :top:

H.
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Andi » 13. Feb 2020, 13:20

Ich sach-Einbaun und probefahren.
Vorher nur Service machen,den Schlüssel haste ja.
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 1. Mär 2020, 21:18

So ich hab mal wieder ein wenig Zeit gehabt und mich nochmal genauer mit dem OD beschäftigt....
Das Getriebe schaltet sauber durch allerdings ist mir aufgefallen, dass entgegen der Schalthebelbeschriftung der Rückwärtsgang oben rechts liegt. Ich finde allerdings, dass es sehr schwer ist vom 1. oder 2. Gang in den 3. zu schalten häufig legt sich da der Rückwärtsgang rein (es ist nur ein ganz kleiner Weg/ Unterschied zw. 3. und Rückwärtsgang), sodass ich Angst habe beim fahren zu weit zu schalten... fehlt da in meinem Getriebe eine Art Sperre die das versehentliche Einlegen des R-Gangs verhindert oder ist die Sperre das drehende Getriebe?

Des Weiteren hatte sich hinten am Flansch ein Simmering verabschiedet... jedenfalls vermute ich dass das einer war :-vh
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D1FCC768-4A89-435D-8648-E40027BC140A.jpeg
Allerdings verstehe ich nicht so ganz wo der herkommen soll, denn in der Explosionszeichnung bei Limora gibt es nur einen Simmering und der steckt noch im Gehäuse und sieht soweit noch ganz gut aus (werde ich aber tauschen)
BD7AF9AE-C6C2-48CF-8E75-91286C61ED43.jpeg
Jetzt frag ich mich was da kaputtgegangen ist bzw was ich tauschen muss...

Auf dem Flansch ist die Oberfläche vom Rost angegriffen und leicht uneben
B87C7A6A-2BC6-4A83-A825-5B94ED28C2F4.jpeg
Macht das was oder muss der Flansch getauscht werden oder kann man das mit wegschleifen beheben.


Grüße aus der Garage
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von marc » 1. Mär 2020, 21:50

Da hat jemand Draht um den Flansch gewickelt und gehofft, dass dadurch der Överlust geringer wird. M. E. Ist der Bereich auf dem die Dichtlippe läuft weiter innen, also mal mit 320er abziehen, der Bereich sieht rettbar aus.
Zuletzt geändert von marc am 2. Mär 2020, 15:37, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Marc

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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Andi » 2. Mär 2020, 14:31

Ist kein kurzer Weg.Weiß jetzt nicht mehr ob man den Hebel runterdrücken oder hochziehn muß aber ohne einem von beidem dürfte das nicht gehn.
Hätt ich zuerst mal die Schalthebelführung im Verdacht.
Meldest du dich noch bei mir?
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 9. Mär 2020, 18:25

Okay danke für die Info, der Bolzen in der Hebelhalterung hat auxh noch gefehlt. Provisorisch hatte ich da erstmal eine Schraube benutzt damit man überhaupt mal durchschalten kann, jetzt ist meine Bestellung aber gekommen und ich werde das mal austesten...

Eine Frage zur Glocke hab ich noch: ich habe 2 Stück in meinem Keller gefunden. Die silberne ist aus Alu und die rostige aus Guss, allerdings ist mir aufgefallen, dass die aus Alu auch ganz andere auflageflächen hat und das Loch ist auch an andere Position... kann mir jemand sagen wozu die eigentlich gehört?
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Danke schonmal und beste Grüße
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von MKIII » 9. Mär 2020, 18:55

Die aus Alu ist für den GT6
Gruß
Norbert
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von Andi » 10. Mär 2020, 13:05

Stimmt :top:
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Re: J-Type Overdrive prüfen und zerlegen?!

Beitrag von zuhn » 11. Mär 2020, 00:01

Gut zu wissen das die für den Gt6 ist Danke :) ...

falls die jemand haben möchte kann er sich gern bei mir melden

Den Simmering hinten konnte ich nun wechseln, aber mit den Dichtungsringen hab ich noch ein Problem, hab mir einen Dichtungsringsatz für das J-Type OD besorgt, allerdings sind da keine Beschriftungen dran weshalb ich nur durch vergleich den richtigen Ring auswählen kann... Beim Überdruckventil war ein Dichtungsring drin, der etwas kleiner war als die dafür vorgesehene Nut (1), dieser ist beim Satz zwar auch dabei es gibt aber noch einen der vom Durchmesser gleich ist, jedoch dicker und die Nut perfekt ausfüllen würde (2)...
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da der Vorbesitzer es mit dem Simmering auch nicht so genau genommen hat bin ich jetzt nicht sicher ob er da evtl. auch nicht den richtigen Ring verwendet hat oder ob das so richtig ist. Die große Frage ist 1 oder 2 :D

Beim Ölfilterstopfen ist bei der Explosionszeichnung ein Dichtungsring eingezeichnet. Bei meinem Stopfen war jedoch ein Metallring verbaut (nicht eingezeichnet) da frag ich mich, ob ich die beide benötige oder nur die Dichtung wie eingezeichnet verwenden soll

Sorry für die vielen Frage, aber ichhoffe jemand weiß das so ohne Vergleichsobjekt und kann Licht ins Dunkel bringen ...
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