Das Spule/Feder-System der Tank- und Temp-Uhren im Spiti und vielen anderen Autos der damaligen Zeit ist mechanisch extrem bedämpft. Das führt erwünschter Weise dazu, dass z.B. die Tankuhr nicht "rumzappelt", aber unerwünschter Weise auch dazu, dass sie erst etliche Zeit nach Zündung an einen etwaigen vollen Tank anzeigt - massiv verzögert halt. Das geduldige Abwarten oder ungeduldige Nicht-Abwarten trägt somit Messungenauigkeiten zu den ohnehin vorhandenen Exemplarstreuungen hinzu ein. Bei modernen Autos erledigt sowas Software mit am Ende etwas ausgefeilterem Look&Feel, z.B. einem beschleunigten Start-Up.
Unter "Hysterese" versteht man hingegen, dass das Ergebnis von etwas von dessen Vorgeschichte abhängt. Das hat mit einer Verzögerung im zeitlichen Sinne nichts zu tun, auch wenn man natürlich beide Verfahren zur Stabilisierung einer zappeligen Anzeige kombinieren kann.
Ein gut verständliches Beispiel für Hysteresewirkung ist ein simpler An-/Aus-Regler, wie z.B. eine Ansteuerung eines elektrischen Kühlerventilators

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Ohne Hysterese:
- Schaltet ab, wenn eine Temperatur X überschritten wird
- schaltet sofort wieder ein, wenn diese Temperatur X unterschritten wird
- sowas neigt zum "unnötig nervösen" Hin- und Herschalten, wenn die Temperatur um den Schaltpunkt herum relativ konstant ist
- die Regelgenauigkeit ist hoch (bloß wofür in dem Fall?)
Mit Hysterese:
- schaltet ab, wenn eine Temperatur X überschritten wird
- schaltet aber erst wieder ein, wenn eine Temperatur z.B. 1-2 Grad kleiner als X (= Temperatur Y) unterschritten wird
- wenn man das aufmalt, entsteht die charakteristische "Hystereseschleife"
- sowas schaltet nicht hektisch in und her
- wenn die Temperatur aktuell zwischen Y und X liegt, hängt es von der Vorgeschichte ab, ob der Lüfter läuft oder nicht
- sowas hat eine Regelungenauigkeit in Höhe der Hysteresedifferenz - hier egal, kann aber anderswo ein Problem sein