Bördelformen Bremsleitungen

Jede Gerade endet irgendwann in einer Kurve, hier alles hinein zu den genannten Themen.
stefanblomann
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Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon stefanblomann » 10. Jul 2018, 10:40

Hallo Zusammen,

vorab, bevor Antworten wie "Laien sollten nicht an Bremsen arbeiten" kommen:
Ich habe schon viel Bremsen gemacht, allerdings noch nie an Engländern. Das Bördeln macht mir immer ein Bekannter, deswegen ist mein Wissen bzgl. Bördelformen etwas eingeschränkt.
Das nur zur Info :-)

Nun aber zur eigentlichen Frage...
Ich räume gerade meine Bremsleitungen etwas auf und habe eingerissene Überwurfschrauben entdeckt. Ich will daher logischerweise die defekten Leitungen ersetzen. Leitungen sind aus Kunifer.

Verwirrt bin ich jetzt nur über die bestehenden Bördelungen, bzw. dass meine Leitungen (noch vom Vorbesitzer) überhaupt dicht waren:

Ich habe den HBZ mit dem kleinen Deckel mit metrischer Verschraubung 10x1. Dieser hat am Anschluss einen "Trichter nach innen" - dazu passt ja normalerweise ein F-Bördel.
Genauso das andere Ende zum 3er Verteiler für die Vorderachse: Ebenfalls ein Trichter auf den ein F-Bördel sollte (hier allerdings metrisches Gewinde).

Bei mir haben alle betroffenen Leitungen lustigerweise aber die Bördel die man auf folgendem Foto sieht.
Das sind doch stinknormale E-Bördel oder nicht !?? Wie konnte das jemals dicht gewesen sein ?
Oder ist das ein spezieller englischer Bördel da der auch einen ziemlich breiten Rand hat ?
1.jpg
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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon marc » 10. Jul 2018, 11:51

Das ist schon richtig das ist ein SAE F Bördel. Du kannst aber auch einen DIN F Bördel verwenden. Wird auch dicht. Nur eine andere Norm.
Viele Grüße
Marc

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon stefanblomann » 10. Jul 2018, 12:19

Hallo Marc,

bist Du da sicher dass es ein SAE-F ist ?
Ich habe eben mal gegoogelt und das hier gefunden:
http://www.christian-merten.de/DAF/Brem ... ikel1.html

Das sieht laut dieser Abbilung eher aus wie ein "SAE double flare", also ein E-Bördel.
Ein F-Bördel ist doch nie nach innen gewölbt :THINK:

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon marc » 10. Jul 2018, 13:29

Ja, ich glaube Du hast Recht, habe es nur aus dem Kopf beantwortet, wobei der SAE E double flare eigentlich überhaupt keinen Sinn macht. Du hast genau das Problem, das auf dieser Seite beschrieben ist.
Beim Herstellen meiner BL aus Kunifer Meterware habe ich DIN F und E Bördel (Bremsschlauchanschluss) produziert. War noch nie undicht und ist mutternschonend. Und aus meiner Sicht auch nicht so strapaziös für die Bremsleitung beim Bördeln.
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Viele Grüße
Marc

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon dyngo » 10. Jul 2018, 21:42

Original sind alle anschlusse UNF.
Erst in 1984 wechselte BL für zb Range Rover auf metrisch, als schon lange keine triumph mehr produziert wurde.

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon stefanblomann » 11. Jul 2018, 09:13

Also mein HBZ hat metrische Anschlüsse :happywink:
Ist aber eigentlich auch egal, mir geht es um die Bördelformen bzw. die Frage wie die E-Bördel überhaupt jemals in den Sitzen für F-Bördel dicht werden konnten. Vermutlich nur durch ein entsprechendes Anzugsdrehmoment.

Aber bei Bremsenthemen halten sich die ganzen alten Hasen ja leider mit Antworten zurück die. Den Grund verstehe ich aber natürlich.

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon dyngo » 11. Jul 2018, 09:59

Als in dein auto metrische sachen verbaut sind, hat jemand schon etwas zusammengebasteld.
In spitfire findet mann nur zwei anschlüsse (ausser PDWA), UNF 'F' und mutter (auf schlauche zb).

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon marc » 11. Jul 2018, 10:09

dyngo hat geschrieben:
11. Jul 2018, 09:59
Als in dein auto metrische sachen verbaut sind, hat jemand schon etwas zusammengebasteld.
In spitfire findet mann nur zwei anschlüsse (ausser PDWA), UNF 'F' und mutter (auf schlauche zb).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die späten Tandemzylinder metrische Anschlüsse haben. Sind eigentlich die Muttern nur bei den metrischen Anschlüssen gerissen?
Viele Grüße
Marc

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon stefanblomann » 11. Jul 2018, 10:53

Ich glaube inzwischen kursieren viele Fehlinformationen in diesem Thread :D

1.) Es gab 100% sicher metrische Anschlüsse an den späten HBZs.
2.) Ich bin mir relativ sicher dass es nicht nur wie von Dyngo geschrieben UNF "F" Bördelungen gab. Bei mir sind fast überall UNF "E" Bördel verbaut und ich meine solche auch auf Fotos von fertigen Bremsleitungs-Sätzen gesehen zu haben.

@Marc: Ja, die Fittings sind bei den metrischen Anschlüssen für den HBZ gerissen. Würde also dafür sprechen dass hier zu viel Kraft im Spiel war weil falscher Bördel. Ich bin nur erstaunt dass das auch mit einem falschen Bördel dicht zu werden scheint. Ich hatte bei einem Käfer früher einmal eine Leitung mit falschem Bördel aus Unachtsamkeit eingebaut. Da ist die Brühe nur so rausgesifft...

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon Mr. Stone » 11. Jul 2018, 13:54

Ich könnte mir vorstellen, dass es am Leitungsmaterial liegt. Kunifer ist ja einigermaßen weich, sodass sich der falsch geformte Bördel bei entsprechendem Anzugsdrehmoment dem Gegenstück, welches ja meist härter ist, (zumindest teilweise) anpasst und die Verschraubung so mit etwas Glück dicht gequetscht wird. Bei Stahlbremsleitungen gibt wahrscheinlich der Schraubnippel seinen Geist auf, bevor es dicht werden würde.

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon dyngo » 11. Jul 2018, 14:56

Ich habe viele spitfire demontiert, auch 80/81 UK version, die einzige mit doppelkeis in UK.
Niemahls ist mir ein metrische anschluss unter die hände gekommen.
Dazu weiss ich das bis 1984 alles in Range Rover UNF war, und bei die wechselung zu metrisch das mit warnungen angegeben war. So etwas macht mann nicht halbe/halbe.
Ich bin mir ziemlich sicher das metrisch erst von die teilenhändler introduciert ist.

Foto: die 4 anschlüsse die in herald/spitfire/range rover benützt sein.
Die zwei links: damit ist alles gemacht ausser das PDWA.
Rechts gross für vorne, klein für hinten. Das kleine hat draht von begin. Benützt mann die normahle hällt es nur auf zwei, drei drehungen. Sieht mann auf viele spitfire mit neue selbst gemachte bremsleitungen.
Diese vorbilder sind von officielle cunifer sets aus UK den ich mahl bei autos hatte.
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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon markus1979 » 11. Jul 2018, 20:08

@Dyngo: Mein Hauptbremszylinder hat auch metrische Anschlüsse, und da steht unten "Girling" drauf.

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon stefanblomann » 11. Jul 2018, 20:15

Danke für das Bild. Das bringt mich weiter wie die englischen Bördelungen aussehen. Ich danke Dir :happywink:
Mr. Stone hat geschrieben:
11. Jul 2018, 13:54
Ich könnte mir vorstellen, dass es am Leitungsmaterial liegt. Kunifer ist ja einigermaßen weich, sodass sich der falsch geformte Bördel bei entsprechendem Anzugsdrehmoment dem Gegenstück, welches ja meist härter ist, (zumindest teilweise) anpasst und die Verschraubung so mit etwas Glück dicht gequetscht wird. Bei Stahlbremsleitungen gibt wahrscheinlich der Schraubnippel seinen Geist auf, bevor es dicht werden würde.
Das glaube ich inzwischen auch dass es am weichen Kunifer liegt. Schon lustig dass ich auch nach so vielen Jahren noch immer Pfusch des Vorbesitzers finde. :Andi:

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Re: Bördelformen Bremsleitungen

Beitragvon dyngo » 11. Jul 2018, 23:20

Ich bin mir nahe sicher das es nur UNF gegeben hat.
Erst in 1984 kommt metrisch in Range Rover.
Die verschraubung von haubtbremszylinder wird 90 grad gedreht, um anschluss fehler aus zu schliessen. Dazu warnungen unter die haube. Da wird nicht so nur das bremszylinder 'vermetrischt', aber das ganze system.

Haubtbremscylinder worden neu produziert. UNF, metrisch, mann kann schneiden was gefragt wird.
Möglich sind diese bremszylinder auch in andere autos verwendet, und möglich auch metrisch.
Also vorsicht.


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