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Getriebeausbau

Verfasst: 1. Dez 2007, 13:49
von Monsi
Hallo,

ich werde mich nächste Woche an den Ausbau meines Getriebes machen.
( 1500er ). Da ich diese Arbeit noch nie gemacht habe, vorweg ein paar Fragen an die Spezialisten:

Ungefährer Zeitbedarf ?
Alleine überhaupt machbar?
Schwierigkeiten, Tipps oder Tricks?
Im Werkstatthandbuch steht darüber nichts geschrieben.

Vielen Dank

Uwe

Verfasst: 1. Dez 2007, 14:45
von alex0469
Hallo,

den Zeitbedarf kann man so genau auf die Minute nicht ausdrücken ich würde auf 2 bis 3 Stunden tippen , zuerst würde ich innen die Mittelkonsole den Getriebetunnel und ähnliches wegschrauben. Ich würde auch noch die Sitze ausbauen du ärgerst dich sonst schwarz wenn einen Riss im Sitz hast und das wegen nur 4 Schrauben dann hat man auch mehr Platz zum rangieren. Dann das ganze unten mit ein paar Holzklöztzen abstützen lsoschrauben ( auch den Anlasser und den Kupplungsnehmerzylinder ). Beim eigentlichen rausziehen des Getriebes ( und vorallem beim Wiedereinbau ) ist es schöner wenn man zu 2. ist geht aber auch alleine.

Gruß Alex

Verfasst: 1. Dez 2007, 15:18
von benno
stimmt, ist schwierig zu sagen. Bei mir warens eher 6 oder 7 Stunden. Allerdings hab ich, wie Alex geschrieben, fast die komplette Innenausstattung rausgenommen (beide Sitze, Teppich), hatte Angst etwas zu beschädigen. Den Kardan hatte ich auch raus.

habs alleine gemacht, ging ganz gut. Motor mit dem hydraulischen Wagenheber etwas angehoben. Holzklötze unters Getriebe. In den Innenraum alte Teppiche.

Verfasst: 1. Dez 2007, 15:21
von Jogi, HB
Ja, wie Alex beschrieben hat, Handschuhfach auch ausbauen, Beifahrersitz raus.
Getriebe erst von Kardanwelle lösen, vorher markieren wie sie eingebaut war um u.U. unwucht zu vermeiden, Getriebehalter (Rahmen) Kabel und Tachowelle, Kupplungszylinder herausziehen (an der Leitung lassen, muss dann nicht entlüftet werden) Dann Motor und Getriebe hinten anheben (vorher alle Kupplungsglockenschrauben entfernen) Motor kann mit einem Stahlrohr hinten (zwischen Glocke und Ölwanne) auf dem Rahmen abgestützt werden -auf Bremsleitung achten-.
- - - BEIM MOTOR ANHEBEN DARAUF ACHTEN DASS DIE ÖLWANNE NICHT EINGEDRÜCKT WIRD - - -
dann kannst Du das Getriebe nach hinten und zum nun freien Beifahrerplatz ziehen. Ich nehme mir immer einen großen Montierhebel zu Hilfe.

Einbau dann in umgekehrter Reihenfolge.

Ich schaffe das alleine, zu 2 geht's aber besser (einer liegt dann unter dem Auto und drückt und rangiert mit).

Wenn Du das zum ersten mal machst, rechne mit 2 Tagen (einen Aus, einen Einbau)!!
Oben wird die Kupplungsglocke mit 3 Stehbolzen gehalten (sonst Schrauben und Muttern), in vielen Fahrzeugen sind diese aber gegen Schrauben getauscht worden........die Stehbolzen helfen aber das Getriebe beim Einbau zu führen, Kupplungszentrierdorn ist unentbehrlich, hinten am Flansch von Kardanwelle drehen, bis die Verzahnung der Getriebewelle in Kupplungsverzahnung rutscht.

Die Kupplung wird serienmäßig mit Zölligen Inbuss-Schrauben befestigt und benötigen vorgeschriebene Anzugsdrehmomente, da sind soweit ich weiß gehärtete Inbuss drin, mit normalen Sechskant-Schrauben hast Du nicht genügend Platz (für Nuss), und ein normaler Inbuss rutscht zu schnell über also Zölliges Werkzeug!!

Habe ich etwas vergessen???
Glaube nicht!

Bei Fragen,
anmailen

Jogi

Verfasst: 1. Dez 2007, 15:38
von Dani Senn
Jogi Du hast vergessen die Sanitasche zurechtzulegen um die Schrammen und Wunden zu verbinden :twisted:
Im ernst, so wird es auch gemacht, wenn es mit dem Einbau nicht auf anhieb geht: durchatmen, auf 100 zählen und plötzlich flutscht es rein.

Verfasst: 1. Dez 2007, 16:22
von Monsi
vielen Dank für die prompten Antworten..

Da ich nicht abwarten kann, habe ich die Sitze und den Teppich jetzt schon mal ausgebaut.
Der Vorbesitzer hatte den Getriebetunnel mit irgendeiner "leckeren" Pampe abgedichtet...Super.

Eine helfende Hand habe ich mir für den eigentlichen Ausbau auch schon organisiert.

Werde berichten ob wir den Verbandskasten gebraucht haben..

Grüße

Uwe

Verfasst: 1. Dez 2007, 16:30
von Jogi, HB
Gleitcreme soll man ja nicht verwenden..........wenn der Schmadder sich erst auf der Kupplungsscheibe verteilt kannst wieder von vorne anfangen.

Das mit dem Verbandskasten ist natürlich richtig.......ich benutze mittlerweile bei jeder Arbeit entsprechende Handschuhe.

Seit meinem Flexunfall vor 1 1/2 Jahren kann ich die linke Hand immer noch nicht richtig nutzen.

Jogi

Verfasst: 1. Dez 2007, 17:49
von Minergy
Hoi, da mir das auch noch bevorsteht bedanke ich mich auch mal für die Ausbauanleitung :)
Na, das werden lustige Semesterferien diesen Winter :lol:

Gruess,
Stephan

Verfasst: 3. Dez 2007, 15:47
von Monsi
Kleiner Zwischenstand:

Das Getriebe ist nun ohne größere Verletzungen ausgebaut.
Hat incl. Ausbau der Sitze und Teppich ca. 4,5 Stunden gedauert.

Dank der schönen Beschreibung war es auch kein größeres Problem.

Meine Neugier zwang mich es auch sofort einer Sichtprüfung zu unterziehen. Also Deckel runter und welch positive Überraschung. Alle Zahnräder ohne sichtbare Beschädigungen. Abnutzungen oben auf den "selector forks" sind schon zu sehen.
Profis werden lachen: Schön zu sehen wie so ein Getriebe tatsächlich funktioniert.
Mein Problem, die nicht funktionierende Synchronisation des 3. Gangs, konnte ich ohne Messen nicht erkennen. Beim trockenen Schalten kann ich jetzt nur sehen, daß der Synchronring nur sehr langsam Richtung Gangrad des 3. Ganges flutscht.

Grüße

Uwe

Verfasst: 3. Dez 2007, 16:11
von alex0469
Der Synchronring des 3. Ganges läßt sich recht einfach wechseln. Falls du dir das zutraust such ich mal nach einer guten Anleitung und Mail sie dir. In eben jener Anleitung ( Practical Classic aus den 80ern ) hab ich auch einen einfachen Trick gefunden wie man schaun kann ob die Synchronringe ok sind --- einfach auf den Konus schieben wenn sich der Ring ohne Widerstand schieben läßt bis die Zahnräder aneinander liegen dann ist er am Ende ( Ihr erinnert euch an meine Frage von vor ein paar Wochen ) .

Gruß Alex

Verfasst: 3. Dez 2007, 16:39
von Monsi
Das ist dann bei mir so:
Locker bis ran an den Gang.
Vielen Dank, aber das Getriebe selbst auseinander nehmen übersteigt mit Sicherheit meine Fähigkeiten.
Grüße

Uwe

Verfasst: 3. Dez 2007, 16:50
von Jogi, HB
Achwas,
auseinander geht das immer sehr einfach :top:

Ich habe dafür Probleme alles wieder so zusammenzustecken, dass es am Ende auch funktioniert.......aber auseinander, gaaaaaanz einfach :oops:

Jogi

Verfasst: 3. Dez 2007, 17:00
von Monsi
Genau das meinte ich :lol:
Auseinander geht auch bei mir immer....
Nach dem Zusammenbau stell ich dann mal locker fest, upps das muss ja auch noch mit rein.
Man wächst ja angeblich mit seinen Aufgaben, aber schwups ist schon wieder Frühjahr und dann juckts wieder...

Grüße
Uwe

Verfasst: 3. Dez 2007, 19:03
von Dani Senn
Alles was Du am Schluss übrig hast, oben reinkippen, die Teile suchen sich ihren Weg dann schon (Alter Mechanikerspruch) :oops: :oops:

Verfasst: 3. Dez 2007, 19:09
von alex0469
Wobei um an den Synchronronring des 3. Gangs zu Kommen ist das Zerlegen schwieriger wie der Zusammenbau.

Gruß Alex