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Hinterachse/Nadelrollenlager

Verfasst: 12. Jan 2010, 21:03
von schoopi
Ich möchte gern das innere Nadelrollenlager und den inneren Simmerring
wechseln. Es wird geschrieben: Nadelrollenlager (beschriftete Seite nach
hinten) eindrücken.
Jetzt meine Frage: Wie ist das gemeint? Das Radlagergehäuse (hintere
Seite) liegt auf der Werkbank vor mir. Wie wird der Simmerring eingesetzt: Dichtlippe ins Gehäuse oder zu mir zeigend; wie wird das Nadelrollenlager
eingesetzt: Beschriftung ins Gehäuse oder zu mit zeigend ???

Danke für jede schnelle Antwort
MfG Falk Schoppe

Verfasst: 12. Jan 2010, 21:40
von Rorei
Hallo Falk,
betrachte es mal von der Funktion der Teile her.
Das Nadellager hat eine ballige Seite und eine flache Seite, die flache Seite ist beschriftet und die sollte auch auf der Auflagefläche des Gehäuses auflliegen. Die Simmerringlippe ( Gummilippe ) sollte nach innen zeigen damit das eingepresste Fett nicht sofort nach außen dringt ( die Lippe presst sich an ) und das Fett auch zum Kugellager dringen kann, dazu läßt sich auch die Welle besser reinschieben ohne die Lippe zu zerstören.
Gruß Roland

Verfasst: 12. Jan 2010, 22:33
von marc
Spielt es wirklich eine Rolle wie man das Nadelrollenlager einsetzt? In meinem original Werkstatthandbuch von 1969 steht dazu nix. Ich habe noch nie darauf geachtet, aber auch noch nie Probleme gehabt, zumal es konstruktiv sowieso keine axialen Kräfte aufnehmen kann :( Simmering ist natürlich klar.

Verfasst: 14. Jan 2010, 20:25
von Ewald
@Rorei
Du beschreibst die Seite mit dem großen Kugellager, gefragt ist aber das kleine Nadellager.
Das Nadellager liegt nirgendwo an, es ist lediglich in das Gehäuse gepresst.
Soweit mir bekannt, liegt das mit der beschrifteten Seite an der der Produktion, zuerst gepresste Seite/ Nadeln rein/ zweite Seite bördeln usw.
Wie genau krieg ich nicht mehr zusammen, nur daß es nicht unwichtig ist.
Dann ist noch die Tiefe wichtig, lt Handbuch 12,7 mm, da es die Laufbahn auf der Welle bestimmt. Und dann noch der breite doppelte Simmering. Der muß genau andersherum als normale Simmeringe verbaut werden. Beim abschmieren drückt dann das Fett den großen Simmering zu (wie Rorei beschrieben) und es kann kein Fett in die Bremse. Stattdessen drückt das Fett durch das Nadellager und kann nach draußen, bis Du es zwischen Radlagergehäuse und dem Staubschutzring rausquillen siehst. So kann man auch die Fettfüllung um das Nadellager erneuern. Das eindringen von Dreck verhindert die doppelte Lage.

Verfasst: 15. Jan 2010, 17:22
von Rorei
Ewald hat geschrieben:....Dann ist noch die Tiefe wichtig, lt Handbuch 12,7 mm, da es die Laufbahn auf der Welle bestimmt. Und dann noch der breite doppelte Simmering. Der muß genau andersherum als normale Simmeringe verbaut werden. Beim abschmieren drückt dann das Fett den großen Simmering zu (wie Rorei beschrieben) und es kann kein Fett in die Bremse. Stattdessen drückt das Fett durch das Nadellager und kann nach draußen, bis Du es zwischen Radlagergehäuse und dem Staubschutzring rausquillen siehst. So kann man auch die Fettfüllung um das Nadellager erneuern. Das eindringen von Dreck verhindert die doppelte Lage.
Hallo Ewald,
das mit der Tiefe 12,7mm ist richtig ( kein Absatz vorhanden ). Deine Ausführung bzgl. innerer Simmerring erscheint auch logisch. Es gibt offenbar unterschiedliche Vorgaben. Die Reparaturanleitung Spitfire 1500 besagt: Nadelrollenlager mit der beschrifteten Seite nach hinten bis zu einer Tiefe von 12,7 mm bzw. inneren Simmerring mit den Dichtlippen nach hinten ins Gehäuse drücken. Nach hinten heist aus der Sicht des Montierenden nach innen. Im Workshop Manual GT6 / Vitesse heist es: ...fit the needle roller bearing ( pressing on the lettered end ) to a depth.... und weiter: With the sealing lips trailing, drift the inner oil seal into the trunnion. Zum Glück ist dort eine Schnittzeichnung die den Aufbau verdeutlicht, dort zeigen die Dichtlippen nach außen. Siehe: https://fotoalbum.web.de/gast/roland.re ... interachse
Wierum ich meine Simmerringe in den Spiti bzw. in die Vitesse eingebaut habe, das weiss der Kuckuck. Fett tritt aber beim abschmieren aus, von daher mache ich mir keine weiteren Gedanken.
Gruß Roland

Verfasst: 15. Jan 2010, 20:02
von marc
Übrigens ist das Maß von 66,75mm falsch, es sind 76,75mm, messt mal nach, bevor Ihr alles auseinanderreißt und das Radlagergehäuse nicht weit genug auf die Welle treibt. Wenn das Maß zu klein ist schabt im günstigsten Fall die Bremstrommel am Bremsankerblech wenn es zu groß ist, stimmt der Abstand zwischen Bremstrommel und Ankerblech nicht und die und Beläge liegen nicht auf der richtigen Stelle. Ich hatte auch schon äußere Lager die auf der Welle gewandert sind. Ich habe mal ne Zeit lang Wellen im Auftrag überholt, weil ich mich über GB aus E am Wasserturm geärgert hatte.
Das ganze ist ein bisschen komplexer, wichtig ist auch der Zustand des Radlagergehäuses und des Lagersistzes des Kugellagers auf er Antriebswelle.
Für den Fettaustritt ist die Bohrung auf der Rückseite der Bremsankerplatte vorgeshsen, wenn am Staubschutzring auf der Diffseite Fett austritt habt Ihr einiges verkehrt gemacht oder der Simmering ist defekt.

Verfasst: 15. Jan 2010, 20:12
von Rorei
Hallo Marc,
das war ja der Streitpunkt, muss die Simmerringlippe nach innen oder nach außen zeigen. Da gibt es in den Handbüchern eben unterschiedliche Angaben.
Gruß Roland

Verfasst: 15. Jan 2010, 20:16
von marc
Die Lippe muss immer nach innen zeigen, sowohl auf der Bremsankerplatten Seite als auch beim Nadellager. Deswegen ist auch der Einbau des "großen" Simmerings ein bisschen fummelig. Das ist in der Zeichnung nicht dargestellt.

Verfasst: 15. Jan 2010, 20:21
von Rorei
In der Schnittzeichnung ist es eben genau umgekehrt> Lippen nach außen.
Gruß Roland

Verfasst: 15. Jan 2010, 20:33
von marc
Guck Dir mal diesen Simmering an, das erklärt sich von selbst. Der sieht real anders aus, als in der Zeichnung. Wie gesagt, der Fettaustritt ist auf der Rückseite der Bremsankerplatte, das Fett muss sich gegen die Lippe abstützen.

Verfasst: 15. Jan 2010, 21:03
von Ewald
@marc
Sorry, da liegst Du nicht richtig. Es wäre auch unlogisch das Fett innerhalb der Bremstrommel austreten zu lassen, unbeobachtet. Da muß der Simmering abdichten. Das hausförmige Blech ist nur für den Notfall, falls die Bremse mal klemmt, sich das Radlager erhitzt und das Fett dünn wie Wasser wird. Dann darf auch nichts in die Bremse kommen und wird durch das Loch abgeführt.
Würdest Du beide Simmeringe auf "abdichten" einbauen, wird bei einem der beiden, und das wahrscheinlich beim schwächeren aus Gummi, die Dichtlippe umklappen, sobald Du zuviel abschmierst. Folge: Fett in der Bremse.
Der große Simmerring wird soherum eingebaut wie auch der Simmering im Kettenkasten am Motor.

Verfasst: 16. Jan 2010, 10:59
von MKIII
Rorei hat geschrieben: ...... Nadelrollenlager mit der beschrifteten Seite nach hinten bis zu einer Tiefe von 12,7 mm bzw. inneren Simmerring mit den Dichtlippen nach hinten ins Gehäuse drücken. Nach hinten heist aus der Sicht des Montierenden nach innen. ......
eben nicht! wenn ich das Lager einpresse ist vorne eben die Seite die zuerst eintaucht und hinten die Seite von der ich schiebe/drücke. Wenn man es so rum betrachtet passt alles.
Auch die ballige und flache (beschriftete) Seite des Lagers macht sinn. So wie es Ewald beschreibt muss das Herstellungsbedingt sein (welchen Grung sollte das sonst haben) wenn ich dann von der balligen Seite pressen würde könnte sich diese Fläche verformen :idea: also schreibt man vor, beim Einbau, auf die flache Seite zu drücken. Die Dichtlippenanordnung ist auch, wie in der Skizze ersichtlich Sinnvoll. Kurz gesagt die Lippen immer in Richtung Differenzial. Der äusere Dichtring dichtet zur Bremstrommel ab, der innere Ring lässt Fett durch, die doppelten Lippen und das eingebrachte Fett sowie der Ring auf der Antriebswelle verhindern das eindringen von Schmutz. Wenn man natürlich nur alle 8 Jahre abschmiert darf man sich nicht wundern das eindringende Partike und ungenügende Schmierungl das Nadellager und die Lauffläche zerstören.

Verfasst: 16. Jan 2010, 13:32
von Ewald
@mkIII :top: Ich denke so wie Du es beschrieben hast ist es verständlich

Verfasst: 18. Jan 2010, 09:08
von Brüchi
.....ich schliesse mich dem Beitrag vom Norbert an. So isses richtig.
Aber , um das Thema noch zu ergänzen:
es gibt auch Radlagergehäuse, die haben oben eine kleine Bohrung( quasi gegenüber vom Schmiernippel) . Dort tritt dann das Fett aus, bei diesen Gehäusen könnte man die Dichtlippen auch "nach innen" zeigen lassen.
Grüßlis, Brüchi

Verfasst: 18. Jan 2010, 11:30
von marc
Also, noch mal, so wie es mkIII (Norbert) beschrieben hat, natürlich zeigen die Dichtlippen immer nach innen, auf beiden Seiten.

Der Simmering auf Seite der Bremsankerplatte wird falsch herum einsetzt, also wie beim Stirndeckel, man treibt ihn von der Dichtungsseite und der Fettring auf der Achswellenseite wird ebenfalls mit Lippe nach innen gesetzt.

Ich raffe es leider nicht Fotos einzustellen. Der innere Dichtungsring hat nur einer Seite mit planer Fläche auf die man treiben kann, auf der anderen Seite ist die Hülse verpresst, damit erklärt sich die Einbaurichtung von selbst. Übrigens habe ich jetzt ein Nadellager (FAG) gefunden, bei dem der Käfig auf beiden Seiten ballig ist.