Kurwellenmutter lösen

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phili7

Kurwellenmutter lösen

Beitrag von phili7 »

Moin,
endlich hat mich der Spitibazillus wieder gepackt. Habe nach dreijähriger Zwangspause meinen Spiti wieder ausgegraben. Unter anderem muß ich den Motor abdichten, dazu muß leider auch die Kurbelwellenmutter gelöst werden. Wie geht das am besten? Hat die Mutter Links- oder Rechtsgewinde? Im Werkstatthandbuch sind unterschiedliche Anzugsmomente genannt, wieviel NM sollten es sein.

Gruß
Philippe
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Joerg
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Beitrag von Joerg »

Hallo Phillipe,

die Mutter ist ganz einfach zu lösen, wenn man vergesslich ist. Ich hatte mal die 46er Nuß zusammen mit der Ratsche auf der Mutter vergessen, nachdem ich den Motor damit ein paar mal durchgedreht hatte.
Beim Anlassen schlug die Ratsche auf den Rahmen, und die Mutter war lose :oops:
Zum Glück dämpft der Kunststoff an der Hazet-Ratsche gut, es gab keine Delle im Rahmen :?

Alternativ in einer Lkw-Werkstatt vorbeischauen und eine passende Nuss, kleine Verlängerung und Schlagschrauber ausleihen. "Meine" Werkstatt will nur den Ausweiss als Pfand dafür!
Mit der kleinen Verlängerung kommst du zwischen Kühler und Kühlerrahmen durch, den Schlagschrauber hälst du dann vor dem Kühler.

Das Anzugsdrehmoment hängt vom Motor ab. Welche Schlüsselweite hat denn die Mutter?
Und welchen Spitfire hast du überhaupt?


Gruß

Jörg
...because they don't build cars like they used to...
Jerry

Beitrag von Jerry »

Hallo Philippe,

Starter abbauen und durch das Loch das Schwungrad mit einem großen Schraubenzieher oder Montierhebel blockieren. KW-Mutter hat normales Rechtsgewinde.
Drehmoment weiß ich aus dem Kopf jetzt nicht.

Frohes Abdichten

Martin
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Hallo Philippe
das Gewinde ist ganz normales Rechtsgewinde. Das Anzugsmoment ist 210 NM ( 1500-er ). Zum Lösen der Mutter gibts mehrere Möglichkeiten, die wirkungsvollste ist mit einem Schlagschrauber ( Kühler muss raus ), dann gehts noch mit Schlägen auch einen Gabelschlüssel wobei man die Kurbelwelle blockieren sollte ( selten klappts auch ohne ). Blockieren sollte man möglichst am ersten Kurbelwellenlager mit einem Holzklotz, hin und wieder klapps auch mit Blockieren über einen Keilriemen. Über die Schwungscheibe würde ich es nicht machen.
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
olaf s

Mutternlösung

Beitrag von olaf s »

Hallo,
ich würde die Schraube nicht einem Schlagschrauber lösen. Die "Schläge" des Schraubers sind nicht gut für die Kurbelwelle. :(
Zahnrad blockieren und evtl. mit einem Schlüssel lösen. SW 46.
So teuer ist der Schlüssel nicht.


Gruß
Olaf
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Hallo Olaf,
meiner Meinung nach ist der Schlagschrauber für die Kurbelwelle das schonenste Mittel da hier die Kurbelwelle fast nicht belastet wird ( Trägheit ).
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
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tomsail
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Beitrag von tomsail »

hallo olaf,

genau das gegenteil ist der fall.
lösen per schlagschrauber mit "impuls" ist immer schonender als mit konstantem drehmoment.

mitunter muss man die kurbelwelle nichtmal blockieren. die reibung und massenträgheit der welle reicht aus, damit sie nicht mitdreht. die kurzen schlagimpulse lösen die mutter recht rasch und ohne viel stetiges moment.

wenn man den zahnkranz blockiert und mit einem laaaangen hebel viel moment auf die mutter gibt, wird die kurbelwelle extrem torsionsbelastet, wobei sie unter umständen schaden nehmen kann. auch den drei kurbelwellenlagern tut das nicht gut.

wenns mit viel drehmoment sein muss, dann bitte - wie roland schon schrieb- kurbelwelle an der ersten wange blockieren.

grüße
thomas
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tomsail
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Beitrag von tomsail »

..ah der roland war schneller ... und wir sind wieder mal einer meinung.

grüße
thomas
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Joerg
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Re: Mutternlösung

Beitrag von Joerg »

olaf s hat geschrieben:Hallo,
ich würde die Schraube nicht einem Schlagschrauber lösen. Die "Schläge" des Schraubers sind nicht gut für die Kurbelwelle. :(
Zahnrad blockieren und evtl. mit einem Schlüssel lösen. SW 46.
So teuer ist der Schlüssel nicht.
Hallo Olaf,

du bringst hier was durcheinander. Wenn man den Schlagschrauber ansetzt, wird die Kurbelwelle aufgrund der Massenträgheit (und das schwere Ding ist ziemlich träge) fast nicht gedreht. Die Belastung ist minimal! Nur für die Stecknuss ist es Streß. Die kann dabei platzen, wenn sie nicht für die Belastung ausgelegt ist.
Wenn du dagegen den Anlasserzahnkranz blockierst, und dann vorne an der Mutter drehst, belastest du die ganze Welle auf Torsion und drückst sie in die Lager. Nicht so gut.
Wenn die Kurbelwelle blockiert wird, dann wie von Roland beschrieben: Ölwanne ab und Holzklotz ganz vorne zwischen Kurbelwange und Kurbelgehäuse.

Roland:
mit der Verlängerung auf dem Schlagschrauber muss der Kühler nicht raus. Ich hatte eine 3/4" Ausführung, da kommt auch mit der Verlängerung noch genug Bumms an der Mutter an.


Grüße

Jörg

PS: statt rohem Drehmoment beim Festziehen hinterher geht auch chemische Schraubensicherung aus der roten Flasche (z.B. Loctite 242)

Edit sagt: zu langsam!
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Daniel

Beitrag von Daniel »

Hi Philippe, ...

also die Version mit dem Schlagschrauber ist sicherlich die Bessere, ... allerdings hat es bei meinem nicht funktioniert, der schlagschrauber schlug und schlug und schlug, .... die Mutter war fest, ...

die nächstbeste Lösung ist sicherlich, die Ölwanne zu lösen und die Kurbelwelle an den vorderen Wangen zu blockieren, ... Holzblock ist da eine gute Wahl, ...

hab ich aber auch nicht gemacht, ... ich hab die Schwungscheibe am Zahnkranz mit nem Flacheisen blockiert, dann mit nem Zwei-Meter-Hebel und einem dickbäuchigen Mann und ich am Hebel, ... dann hat die Mutter aufgegeben, ... würde es aber nicht wieder so machen, ... das nächste mal kommt die Ölwanne runter und ich blockier die K-welle mit nem Holzblock an der ersten Wange, falls dann der Schlagschrauber nicht helfen sollte.

Viele Grüße,

Daniel
phili7

Beitrag von phili7 »

Vielen Dank für die Tips. Habs mit nem Schlagschrauber versucht. Hat leider nichts geklappt. Hab den Motor dann in den Kofferraum geworfen und bin damit zur Treckerwerkstatt gedüst. Deren Schalgschrauber hat dann die Mutter lösen können.
Mal sehen was die Demontage des Motors bringt.

LG Philippe
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