Vergaser: Öleinfüllkappe ab, Drehzahl steigt...
Verfasst: 7. Sep 2018, 20:47
Hallo liebe Leute!
Ich habe noch immer Probleme mit meinem Vegaser, und das seit dem ganzen heurigen Jahr.
Im Frühling fuhr ich hunderte Km, um den Vergaser korrekt einzustellen, aber irgendwie kam ich auf keinen grünen Zweig.
Ständig hatte ich ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magerruckeln bei 3500-3700 U/min.
Das Absprühen des Vergasers mit Bremenreiniger war ergebnislos.
Im Sommer reisten wir mit dem Spiti nach Süditalien (Reisebericht folgt, sobald ich mehr Zeit habe) und fuhren dabei fast 2000 Km. Sehr oft tauchte ich unter die Motorhaube um die Vergaser nachzujustieren, ich stellte den Vergaser sogar einmal so fett, dass mir der Motor im Stop&Go Verkehr absoff - das Ruckeln blieb...
Wieder zu Hause, dachte ich, ich hätte den Fehler gefunden:
Die Unterdruckleitung war undicht (Spritzentest) und so zog der Vergaser offensichtlich Nebenluft.
Mit der dichten Unterdruckleitung war das Ruckeln weg, allerdings musste ich den Vergaser neu synchronisieren, da die Düsenstöcke hoffnungslos zu tief waren (30 Kanten!).
Grundsätzlich läuft der Motor gut, er beschleunigt hügelauf, hügelab und auf der Geraden in jedem Gang von niedrigster Drehzahl bis 4200 u/min sehr gut, die Leerlaufdrehzahl ist auch stabil bei ca. 950 U/min.
Nun habe ich aktuell 4 Baustellen, die ich mir nicht erklären kann:
1) Die Unterdruckleitung ist transparent, sehr oft befindet sich Benzin am Ende der Leitung beim Verteileranschluss.(Das schaut dann so aus wie bei einer Wasserwage die Libelle.)
2) Wenn ich den Öleinlassdeckel im Leerlauf öffne, steigt die Drehzahl, das erscheint mir seltsam. Ich spüre auch die angesaugte Luft durch die Öffnung, wenn ich den Deckel nahe zur Öffnung bringe.
(Ich fand im Thread "Frage zur Motorentlüftung" (viewtopic.php?t=9575#p99520) den gegenteiligen Effekt, das scheint mir auch schlüssiger zu sein...)
3) Wenn ich einen sehr steilen Berg mit dem 2. Gang hochfahre, ruckelt der Motor. Manchmal läuft der Motor im 2. Gang bei ca. 3000 u/min gerade noch spürbar unrund bei Minimallast (auf gerader Strecke so zwischen Schub/Zug-Betrieb)
4) Der Benzinfilter (Filter King) vor dem Vergaser füllt sich im Schauglas nur auf das maximal halbe Niveau, die el. Hardi-Pumpe pumpt zwar regelmäßig, aber voll ist der Filter nie. Hier weiß ich nicht, ob dies so O.K. ist.
Ich habe mittlerweile den Filter neben dem Scheibenwischbehälter und somit weiter weg vom Vergaser aufgebaut, dort ist es kühler. (Es gab mal einen Thread zum Thema minderwertiges Benzin mit geringerem Siedepunkt, und in Italien hatte ich alle Qualitäten von Normalbenzin bis Super++ zur Auswahl...)
Was habe ich heute gemacht:
1) Vergaser neu synchronisiert und den Leerlauf eingestellt, mit den "Synchron-Stangen" und einem Luftmengenmessgerät:

Die Luftmenge ist bei beiden Vergasern
im Leerlauf ca 5 kg/h
bei 2000 u/min ca. 7 kg/h
und bei 3000 u/min ca. 16 kg/h
Die Tiefe der Düsenstöcke zur Brücke habe ich mit der Schiebelehre vermessen, da aus einem für mich unerfindlichen Grund der vordere Vergaser 5 Kanten mehr benötigt, um das gleiche Düsenstock-Niveau wie der hintere Vergaser zu erreichen. (Diesen Offset habe ich bei verschiedenen Positionen geprüft, er bleibt gleich.)
Im Moment fahre ich mit einem Niveau von -2,5mm (= 22 Kanten), wobei sich das Kerzenbild nicht siginfikant änderte, als ich 2 Kanten magerer stellte (alle 4 Kerzen haben das gleiche Bild).

Zündkerzen von Zylinder 2+3
Weiters habe ich viele Maße beider Vergaser mit der Schiebelehre geprüft (höhe Düsenstockbrücke, höhe Kolbenoberkante, usw...) um mögliche weitere mechanische "Toleranzen" zu finden. Alle Meßwerte sind gleich.
2) Benzindruck nach dem Filter gemessen, den Druckminderer ganz aufgedreht, mehr als 0,18 Bar war nicht möglich. Den "Polizeifilter" vor der Pumpe habe ich auch ausgebaut und geprüft, er ist sauber und nicht verstopft.
3) Das Vakuum der Unterdruckleitung gemessen, im Leerlauf ca. -0,04 Bar, bei steigender Drehzahl bis zu -0,5 Bar. Die Meßwerte blieben bei unterschiedlichen Drehzahlen stabil.

4) Die neuen AAN-Vergasernadeln, die ich vor dem Urlaub vorsorglich einbaute, (und auch die alten) an 4 fix definierten Stellen vermessen, alle hatten die exakt gleichen Durchmesser.

5) Das 20W50 Öl wieder durch das originale Vergaserdämpferöl ersetzt. Mir scheint, dies war der Grund, dass der Motor anfangs etwas "nachschob", wenn ich nach dem Beschleunigen auf höhere Drehzahl abrupt Gas zurücknahm. Nun habe ich diesen Effekt nicht mehr.
(Das Motoröl hatte ich erst nach dem Urlaub eingefüllt.)
6) Luftfilterkasten geöffnet und Filter kontrolliert. Sie sind noch relativ sauber, nach den vielen Staubstraßen in Italien.
Ich weiß, dies ist ein langer Sermon, aber ich bin bald mit meinem Latein am Ende und mag es gar nicht, wenn sich technische Probleme (nach so langer Zeit) nicht lösen lassen.
Das einzige, was mir für morgen noch einfällt, ist, den Vergaser noch einmal auf Nebenluft zu prüfen. Diesmal aber mit einem Verlängerungsschlauch an der Bremsenreinigerdüse um gezielt die Vergaserelemente abzusprühen. Beim letzten Test vor ein paar Monaten macht ich dies ohne, da ist der Sprühstrahl doch arg breitgefächert.
Für Lösungsvorschläge zu meinen 4 Baustellen und weitere Tips bin ich sehr dankbar!
Ich habe noch immer Probleme mit meinem Vegaser, und das seit dem ganzen heurigen Jahr.
Im Frühling fuhr ich hunderte Km, um den Vergaser korrekt einzustellen, aber irgendwie kam ich auf keinen grünen Zweig.
Ständig hatte ich ein mehr oder weniger ausgeprägtes Magerruckeln bei 3500-3700 U/min.
Das Absprühen des Vergasers mit Bremenreiniger war ergebnislos.
Im Sommer reisten wir mit dem Spiti nach Süditalien (Reisebericht folgt, sobald ich mehr Zeit habe) und fuhren dabei fast 2000 Km. Sehr oft tauchte ich unter die Motorhaube um die Vergaser nachzujustieren, ich stellte den Vergaser sogar einmal so fett, dass mir der Motor im Stop&Go Verkehr absoff - das Ruckeln blieb...
Wieder zu Hause, dachte ich, ich hätte den Fehler gefunden:
Die Unterdruckleitung war undicht (Spritzentest) und so zog der Vergaser offensichtlich Nebenluft.
Mit der dichten Unterdruckleitung war das Ruckeln weg, allerdings musste ich den Vergaser neu synchronisieren, da die Düsenstöcke hoffnungslos zu tief waren (30 Kanten!).
Grundsätzlich läuft der Motor gut, er beschleunigt hügelauf, hügelab und auf der Geraden in jedem Gang von niedrigster Drehzahl bis 4200 u/min sehr gut, die Leerlaufdrehzahl ist auch stabil bei ca. 950 U/min.
Nun habe ich aktuell 4 Baustellen, die ich mir nicht erklären kann:
1) Die Unterdruckleitung ist transparent, sehr oft befindet sich Benzin am Ende der Leitung beim Verteileranschluss.(Das schaut dann so aus wie bei einer Wasserwage die Libelle.)
2) Wenn ich den Öleinlassdeckel im Leerlauf öffne, steigt die Drehzahl, das erscheint mir seltsam. Ich spüre auch die angesaugte Luft durch die Öffnung, wenn ich den Deckel nahe zur Öffnung bringe.
(Ich fand im Thread "Frage zur Motorentlüftung" (viewtopic.php?t=9575#p99520) den gegenteiligen Effekt, das scheint mir auch schlüssiger zu sein...)
3) Wenn ich einen sehr steilen Berg mit dem 2. Gang hochfahre, ruckelt der Motor. Manchmal läuft der Motor im 2. Gang bei ca. 3000 u/min gerade noch spürbar unrund bei Minimallast (auf gerader Strecke so zwischen Schub/Zug-Betrieb)
4) Der Benzinfilter (Filter King) vor dem Vergaser füllt sich im Schauglas nur auf das maximal halbe Niveau, die el. Hardi-Pumpe pumpt zwar regelmäßig, aber voll ist der Filter nie. Hier weiß ich nicht, ob dies so O.K. ist.
Ich habe mittlerweile den Filter neben dem Scheibenwischbehälter und somit weiter weg vom Vergaser aufgebaut, dort ist es kühler. (Es gab mal einen Thread zum Thema minderwertiges Benzin mit geringerem Siedepunkt, und in Italien hatte ich alle Qualitäten von Normalbenzin bis Super++ zur Auswahl...)
Was habe ich heute gemacht:
1) Vergaser neu synchronisiert und den Leerlauf eingestellt, mit den "Synchron-Stangen" und einem Luftmengenmessgerät:

Die Luftmenge ist bei beiden Vergasern
im Leerlauf ca 5 kg/h
bei 2000 u/min ca. 7 kg/h
und bei 3000 u/min ca. 16 kg/h
Die Tiefe der Düsenstöcke zur Brücke habe ich mit der Schiebelehre vermessen, da aus einem für mich unerfindlichen Grund der vordere Vergaser 5 Kanten mehr benötigt, um das gleiche Düsenstock-Niveau wie der hintere Vergaser zu erreichen. (Diesen Offset habe ich bei verschiedenen Positionen geprüft, er bleibt gleich.)
Im Moment fahre ich mit einem Niveau von -2,5mm (= 22 Kanten), wobei sich das Kerzenbild nicht siginfikant änderte, als ich 2 Kanten magerer stellte (alle 4 Kerzen haben das gleiche Bild).

Zündkerzen von Zylinder 2+3
Weiters habe ich viele Maße beider Vergaser mit der Schiebelehre geprüft (höhe Düsenstockbrücke, höhe Kolbenoberkante, usw...) um mögliche weitere mechanische "Toleranzen" zu finden. Alle Meßwerte sind gleich.
2) Benzindruck nach dem Filter gemessen, den Druckminderer ganz aufgedreht, mehr als 0,18 Bar war nicht möglich. Den "Polizeifilter" vor der Pumpe habe ich auch ausgebaut und geprüft, er ist sauber und nicht verstopft.
3) Das Vakuum der Unterdruckleitung gemessen, im Leerlauf ca. -0,04 Bar, bei steigender Drehzahl bis zu -0,5 Bar. Die Meßwerte blieben bei unterschiedlichen Drehzahlen stabil.

4) Die neuen AAN-Vergasernadeln, die ich vor dem Urlaub vorsorglich einbaute, (und auch die alten) an 4 fix definierten Stellen vermessen, alle hatten die exakt gleichen Durchmesser.

5) Das 20W50 Öl wieder durch das originale Vergaserdämpferöl ersetzt. Mir scheint, dies war der Grund, dass der Motor anfangs etwas "nachschob", wenn ich nach dem Beschleunigen auf höhere Drehzahl abrupt Gas zurücknahm. Nun habe ich diesen Effekt nicht mehr.
(Das Motoröl hatte ich erst nach dem Urlaub eingefüllt.)
6) Luftfilterkasten geöffnet und Filter kontrolliert. Sie sind noch relativ sauber, nach den vielen Staubstraßen in Italien.
Ich weiß, dies ist ein langer Sermon, aber ich bin bald mit meinem Latein am Ende und mag es gar nicht, wenn sich technische Probleme (nach so langer Zeit) nicht lösen lassen.
Das einzige, was mir für morgen noch einfällt, ist, den Vergaser noch einmal auf Nebenluft zu prüfen. Diesmal aber mit einem Verlängerungsschlauch an der Bremsenreinigerdüse um gezielt die Vergaserelemente abzusprühen. Beim letzten Test vor ein paar Monaten macht ich dies ohne, da ist der Sprühstrahl doch arg breitgefächert.
Für Lösungsvorschläge zu meinen 4 Baustellen und weitere Tips bin ich sehr dankbar!

