Schleifendes Geräusch Kupplung

Alles rund um die hohe Kunst der Schaltakrobatik sowie Instandsetzung der Getriebeeinheit und Achsen
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freeze

Schleifendes Geräusch Kupplung

Beitrag von freeze »

Hallo Spitfiregemeinde,

ich komme eigentlich aus der MG-Ecke, da es aber ein 77er Midget mit 1500er Spitfiremotor und Getriebe ist hoffe ich ihr könnt mir vielleicht weiter helfen. Die Suchfunktion habe ich schon bemüht, auch einen Beitrag gefunden der wohl das gleiche Problem behandelt, aber ohne abschliesendes Ergebnis.
Ich schildere eben mal mein Problem. Getriebe wurde von mir überholt, neue Borg&Beg Kupplung komplett mit neuem Automat eingebaut und am Ausrückmechanissmus das meiste getauscht ( Ausrücklager, Messingbuchsen der Ausrückgabel usw). Bei der ersten Probefahrt stellte ich fest, das die Kupplung wohl noch nicht einwandfrei entlüfftet ist, da durch pumpen der Punkt an dem die Kupplung trennt früher wird. Nun tauchte nach einer halben Stunde Fahrt das Problem auf, das die Kupplung jetzt zwar sehr früh und sauber trennt,
aber bei vollem durchtreten des Pedals (laufender Motor), ein schleifendes Geräusch einsetzt ( etwa letzter Zentimeter Pedalweg). Ich habe mir an einer anderen Getriebeglocke das ganze nochmal angeschaut. Besteht die Möglichkeit das die Hülse auf der das Ausrücklager sitzt, sich mitdreht und bei starker Neigung an der Ausrückgabel schleift oder die Gabel gar am Automat. Zumindest zeigen die beiden die ich noch in der werkstatt liegen habe sehr starke (Ein)schleifspuren der Hülse.
Vieleicht kennt ja jemand das Problem.
Über ein paar Tips würde ich mich sehr freuen, da der Sommer bald rum ist und ich noch keinen einzigen Meter gefahren bin.

Ich bedanke mich im vorraus

mfg freeze
Daniel

Beitrag von Daniel »

Hi Freeze, ...

da ich mein Getriebe zur Zeit zerlegt habe, konnte ich gerade mal ein paar Fotos von der Ausrückgabel mitsamt Lager machen, ... evt. für Dich zum Vergleich, ... und man sieht, dass sich der Rand von dieser Hülse auch bei meinem Getriebe etwas in die Gabel gearbeitet hat. Das hat allerdings keine Geräusche gemacht.

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Viele Grüße,

Daniel

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vielleicht misst Du mal die Dicke des Ausrücklagers, ... habe schon gehört, dass es da Differenzen geben soll, ... könnte dann zum Vergleich mal die Dicke meines Ausrücklagers messen.
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freeze

Beitrag von freeze »

Hallo Daniel,
danke für die schnelle Antwort. Die Schleifspur die deine Bilder zeigen kann meines Erachtens nur entstehen wenn die Gabel ihren maximal Weg erreicht hat und somit an dem "Teller" Rand der sich offensichtlich drehenden Hülse ansteht. Die beiden Gabeln die ich noch rumliegen habe, eine davon war letzten Sommer noch bei mir eingebaut, weisen millimeter tiefe Riefen auf, die der Teller rechts und links ins Alu geschliffen hat. Kann ich mir nicht so recht erklären. Die Stärke des Ausrücklagers war soweit ich mich noch erinnern kann gleich, hatte nur einen etwas anderen Radius. Zum nachmessen müsste ich allerding den kompletten Motor wieder ausbauenn ( beim MG Midget ist das leiser so ). Da ich aber seit November hunderte von Nachstunden an dem Wagen verbracht habe, fehlt mir für so ne Aktion momentan die Motivation, zumal nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen sind und ich könnte eeeeeeeeeeeeeendlich mal wieder fahren.

Wenn ich es iergendwie hinbekomme, stelle ich mal ein Bild der alten Gabel ein.

Zuversichtliche Grüße Freeze
Daniel

Beitrag von Daniel »

freeze hat geschrieben:...zumal nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen sind und ich könnte eeeeeeeeeeeeeendlich mal wieder fahren...
hmmm, ... also ich persönlich würde das Geräusch in so einem Fall dann bis zum Winter ignorieren und einfach fahren. evt. findest Du ja einen Weg der Symptomvermeidung. (nicht mehr ganz durchtreten, falls möglich)

Viele Grüße,

Daniel
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tseitz
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Beitrag von tseitz »

Daniel hat geschrieben:
freeze hat geschrieben:...zumal nur noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen sind und ich könnte eeeeeeeeeeeeeendlich mal wieder fahren...
hmmm, ... also ich persönlich würde das Geräusch in so einem Fall dann bis zum Winter ignorieren und einfach fahren. evt. findest Du ja einen Weg der Symptomvermeidung. (nicht mehr ganz durchtreten, falls möglich)

Viele Grüße,

Daniel
:) :) oder Stümpern ... Pad unter das Pedal. Der Kupplungsnehmer hat auch etwa 2-3mm Spiel in seiner Position, evtl. kannst du ihn etwas weiter Richtung Diff ziehen und festschrauben....

Gruß Thomas
Harry
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Beitrag von Harry »

:mrgreen:

Hi Freeze,

Das von Dir Beschriebene kann viele Ursachen haben.

Was Du noch von aussen kontrollieren kannst, ist ob der Lagerstift der Gabel eventuell rausgefallen ist. (Das tun sie gerne) Dadurch wird die Gabel nicht richtig geführt und muss weiter ausrücken um den Automaten zu bewegen. (Daher dann die Schleifspuren). In der Gabel sitzt eine Toleranzhülse die den Stift halten soll. Das funktioniert aber nicht immer, daher ersetzen viele den Stift durch eine lange Schraube die an den Lagerstelle kein Gewinde hat.

Die neue Kupplungsscheibe ist auch dicker, so dass das Ausrücklager weiter vorne arbeiten muss.

Die zylindrichen Halter für den Lagerträger kann man leicht versehendlich verkehrt einbauen.

Als letztes käme noch eine falsche Nehmer/Geber Kombination in Frage, so dass der Geber zu weit bewegt wird.

Es gibt zwar zwei unterschiedliche Lagerträger, aber es ist eher unwahrscheinlich das ein frühes Teil aus dem Mk2 im single rail Getriebe landet. Der Mk2 verwendete noch einen Federkupplungsautomaten und benötigte ein flaches Drucklager mit entsprechendem Lagerträger und Ausrückgabel.

mfG
Harry
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Reiner
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Beitrag von Reiner »

und, gleicht man die von Harry beschriebenen Sachen nicht über die Einbautiefe des KNZ aus? Also wie Thomas geschrieben hat...
VG Reiner
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Hallo Reiner,
der Kolben im Kuplungsnehmerzylinder ist " schwimmend ", durch hat ein Variieren der Einbautiefe keinen Einfluss auf die Funktion.
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
freeze

Beitrag von freeze »

Erstmal Danke an alle,

werde mich wohl erst mal mit der provisorischen Lösung einer Pedalwegbegrenzung in Form eines mechanischen Anschlag begnügen müssen. Wie Roland schon sagte, verfügt der Kolben des KNZ über keine Begrenzung und lässt sich einfach nach vorne rausdrücken. Nach Anregung durch Harry denke ich über eine verstellbare Begrenzung am KGZ nach, da auch bei diesem eine Längenänderung des Druckstösels nur bedingt eine Veränderung zur Folge hätte. Ich möchte noch erwähnen das ich an Geber und Nehmer jeweils einen Dichtungs Rep.-Satz verarbeitet habe, mir aber nicht vorstellen kann das dieser eine große Einwirkung auf den mechanischen Weg der Gabel hat. Aber Interessieren würde es mich ja schon was da los ist. Vieleicht kommt ja noch des Rätsels Lösung.
Ich halte euch in jedem Fall auf dem Laufenden.

Bis dann Torsten
benno

Beitrag von benno »

der Kupplungstausch hat mir letztes Jahr ein paar graue Haare verschafft. Ich kann mir vorstellen, dass ein zu kurzes Ausrücklager zu dem Problem führen könnte. Mein neues Ausrücklager ist kürzer als das alte, ich hab zur Sicherheit eine Distanzscheibe dahinter montiert.

die zwei kleinen zylindrischen Bolzen, die den Träger des Ausrücklagers in der Gabel halten kann man verkehrt einbauen (den Fehler hat Harry schon beschrieben). Die zwei Nuten sind unterschiedlich breit. Das hab ich bei meinem Kupplungstausch falsch gemacht. Da hat die Kupplung allerdings gar nicht mehr getrennt.

so wars damals bei mir
http://www.triumph-spitfire.de/forumOpe ... t=kupplung
freeze

Beitrag von freeze »

Hallo Benno
wenn ich von den ganzen möglichen Fehlern die ihr genannt habt ein paar ausschließe, da die Kupplung ja Grundsätzlich einwandfrei funktioniert, bleibt eigentlich nur die Variante der zu kurzen Bautteile.
Wenn der Abstand von Ausrücklager zu den Lamellen etwas größer ist als es sein sollte, müßte sich die Gabel weiter Richtung Kupplung bewegen, was bei überscheitung von Winkel X zwangsläufig zu einem Kontakt mit der "Teller" des Lagerträgers und der Gabel führen müsste. Wenn man sich mal anschaut wie wenig Weg die Gabel eigentlich nur macht, würde da wahrscheinlich schon sehr wenig Diverenz ausreichenum zu einem Problem zu führen.
Da ich aus einem Spitfire-Getriebe und einem Singelrail deren Herkunft ich nicht weiß ( Eingangswelle war länger als bei dem verbauten Getriebe und der Stößel zum KNZ war ein ganzes Stück kürzer. ( Herald??? ) ) eins gemacht habe könnte das in Kombination mit den neuen Bauteilen, gut möglich sein. Wäre zumindest gut Vorstellbar.
Klarheit wird aber wahrscheinlich erst ein Ausbau des Motors/Getriebe bringen.
(Nächstes Jahr grrrrrrrr.)

Gruß torsten
benno

Beitrag von benno »

also das war auch meine überlegung, dass es dann seitlich (an der von daniel gezeigten stelle) schleift. Falls es das ist und du so einen Distanzring benötigst, brauchst dich nur melden.
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