Getriebe abdichten

Alles rund um die hohe Kunst der Schaltakrobatik sowie Instandsetzung der Getriebeeinheit und Achsen
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Joerg
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Getriebe abdichten

Beitrag von Joerg »

Hallo zusammen,

ich habe Ende letzten Jahres mein single-rail Getriebe überholt.
Die Dichtungen zwischen Kupplungsglocke und Gehäuse sowie Gehäuse und Alu-Getriebehals, welche ich mit den anderen Teilen bei B aus L bestellt habe, sahen aus, als wären sie aus Löschpapier geschnitten. Das Zeug ist gemessene 0,2mm dünn! Da ich den Dingern nicht zutraute, das Öl im Getriebe zu halten, sind sie kurzerhand draußen geblieben. Statt dessen kam Curil T zum Einsatz. Immerhin heißt es im Produktdatenblatt
...mit
besonders hoher Dichtwirkung auch bei extremer thermischer Belastung. Curil® T ist besonders geeignet für ebene und fein bearbeitete, steife Dichtflächen, z. B. bei Verbrennungsmotoren, Abgasturboladern, Getrieben...
Trotz Verarbeitung nach Vorschrift (Flächen mit Ölstein abgezogen und mit Bremsenreiniger entfettet) sifft das Getriebe jetzt schlimmer als vor der Überholung genau an den mit Curil abgedichteten Stellen :THINK:

Wie habt ihr eure Getriebe dicht bekommen? Löschpapier? Löschpapier mit Dichtmasse? Nur Dichtmasse? Dichtungen aus ordentlichem Dichtpapier (Abil oder sowas) selber geschnitzt? Ne Windel drum rum gewickelt?


Grüße

Jörg
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Rorei
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Beitrag von Rorei »

Hallo Jörg,
ich habe diese dünne Papierdichtung beidseitig mit Hylomar bestrichen und gut ists. Ich glaube auch nicht daran, dass sich an dieser Trennstelle größere Undichtigkeiten einstellen können. Wahrscheinlich sind andere Ursachen vorhanden wie fehlende Kupferdichtung an der unteren Schraube oder falsche Dichtungspaarung an der Getriebe-Eingangswelle ( Rückfördergewinde bzw. Simmerring )
Gruß Roland
Spiti-MK4-1300 ( Bj.73 ) und Vitesse MK1-Convertible ( Bj.67 ) www.rolands-triumph.de
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Joerg
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Beitrag von Joerg »

Hallo Roland,

das Auto stand jetzt ein paar Tage (oder waren es schon wieder Wochen?) unbewegt, und man sieht deutlich zwei kleine Pfützen direkt unter den Trennstellen.

Was mich ein wenig stutzig macht, ist die Tatsache, dass das Getriebe anfangs dicht war. Erst in letzter Zeit sifft es. Schrauben wurden alle mit dem korrekten Drehmoment angezogen.
Der Kupferring ist übrigens drin, und ein neuer Simmerring in der Kupplungsglocke auch.

Hylomar habe ich auch noch. Auch wenn das Zeug bescheiden aufzutragen ist, werde ich es wohl doch probieren. Immerhin hatte ich mit Hylomar noch nie Leckagen.

Und wenn das auch nicht hilft, kommt eine Silikonfuge dran :twisted:


Grüße

Jörg
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Daniel

Beitrag von Daniel »

Hi Jörg, ...

ich habe bei der Revision auch Curil T benutzt. zusammen mit der Papierdichtung (allerdings NICHT von B aus L, verstehe eh nicht, warum da überhaupt noch jemand bestellt) beidseitig aufgetragen, ist das schon schön dicht.

;-) Viele Grüße,

Daniel
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Joerg
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Beitrag von Joerg »

Hallo Daniel,

darf ich fragen, wo du die Dichtungen her hast?


Gruß

Jörg
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MKIII
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Beitrag von MKIII »

Joerg hat geschrieben:.....Die Dichtungen zwischen Kupplungsglocke und Gehäuse sowie Gehäuse und Alu-Getriebehals, welche ich mit den anderen Teilen bei B aus L bestellt habe, sahen aus, als wären sie aus Löschpapier geschnitten. Das Zeug ist gemessene 0,2mm dünn! Da ich den Dingern nicht zutraute, das Öl im Getriebe zu halten, sind sie kurzerhand draußen geblieben.



Da kann aber nun BausL nichts für!!!!!!

Für solche Dichtflächen wird üblicherweise dünnes Dichtungspapier verwendet, "je dicker je dichter" gilt hier nicht!


Joerg hat geschrieben:.Wie habt ihr eure Getriebe dicht bekommen? Löschpapier? Löschpapier mit Dichtmasse? Nur Dichtmasse? Dichtungen aus ordentlichem Dichtpapier (Abil oder sowas) selber geschnitzt? Ne Windel drum rum gewickelt?
Mit besagter Papierdichtung! Beidseitig dünn mit Silikondichtmasse bestrichen
Joerg hat geschrieben: ..Hylomar habe ich auch noch. Auch wenn das Zeug bescheiden aufzutragen ist, werde ich es wohl doch probieren. Immerhin hatte ich mit Hylomar noch nie Leckagen.

Und wenn das auch nicht hilft, kommt eine Silikonfuge dran :twisted:
.......
Du zerlegst aber das Getriebe nochmal?? Oder willst du das von aussen auftragen?
Gruß
Norbert
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spitfire4
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Beitrag von spitfire4 »

Joerg hat geschrieben:Und wenn das auch nicht hilft, kommt eine Silikonfuge dran :twisted:
Jau :top:

ich habe ALU-Wapugehäuse, Diff und das Getriebe alles ohne jegliche Papierdichtung sondern nur
mit dem Zeugs
verschraubt und alles seit jetzt knapp 10.000 KM absolut dicht. Das Zeugs läßt sich super verarbeiten
und auch wieder super lösen wenn mal was ist. Einfach abziehen.

Viele Grüße

Jörg
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Daniel

Beitrag von Daniel »

Hi Jörg, ...

hab sie von M&E, die war auch sehr dünn, aber scheinbar reicht das, ...
beim Überholsatz von Paddock :WALL: :evil: war die gar nicht dabei.

Viele Grüße,

Daniel
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MKIII
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Beitrag von MKIII »

oder vom freundlichen Opelhändler:
Silikondichtungsmasse (Opel Teil#93165267 Katalog#1503305 50gr) :D
Gruß
Norbert
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Andi
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Beitrag von Andi »

Ich hab die Bastuckdichtungen als Muster benutzt und schneide mir alle Dichtungen selbst aus anständigen Dichtpapier.Mache aber auch Dichtmasse drauf (Loctite)
Wer keine Punkte in Flensburg hat hat endweder Glück gehabt oder behindert den fließenden Verkehr.
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Joerg
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Beitrag von Joerg »

Danke euch allen!

Die alten, vermutlich originalen Dichtungen waren wesentlich dicker als das Löschpapier. Deshalb habe ich das Löschpapier erst gar nicht eingebaut.
Die Rückmeldungen hier bestätigen, dass auch andere den Dichtungen nicht trauen und die wohl nur als Träger für Dichtmasse taugen.

Natürlich kommt das Getriebe nochmal raus. Mich interessiert, warum die Abdichtung mit Curil nicht gehalten hat.


Grüße

Jörg
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